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PFARREI HEILIG GEIST HAMBURG

Nr. 124 // 6. März 2026

Alle Termine, Veranstaltungen, Gottesdienste:
Spirit für die Woche

Liebe Leserinnen und Leser,


seit letztem Freitag hat sich die Weltlage schon wieder dramatisch verändert, mit Folgen, die noch niemand absehen kann. Auch wenn wir in einem stabilen Land und einer gut regierten wohlhabenden Stadt leben, so ist das Dauerfeuer an Meldungen und Sondersendungen doch auch belastend. Die eine Krise ist zu Ende, die nächste kommt, die dritte ist noch gar nicht gelöst.

Deshalb möchte ich – es ist Fastenzeit, es sind Schulferien, alles ist etwas ruhiger in unseren drei Gemeinden – hier auf die Neuwahl des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Heiner Wilmer (64), eingehen. Wilmer, der dem Herz-Jesu-Orden angehört, war zuletzt Bischof von Hildesheim. Genau wie Pfarrer Benner kommt er ursprünglich aus dem Emsland, Fun Fact: beide machten zusammen Abitur! Danach studierte er in Rom und Freiburg und schlug anschließend eine Schullaufbahn ein, die ihn nicht nur nach Meppen und Vechta, sondern auch an eine Jesuitenschule in der Bronx brachte. Danach verlegte er sich auf Leitungsfunktionen innerhalb des Herz-Jesu-Ordens, die ihn bis nach Rom brachten. Das klingt nach jemandem, der einen weiten Horizont hat und Differenzen aushalten kann. Und weil sich im Geschriebenen oft auch etwas über Programm und Menschenbild verraten, möchte ich Ihnen etwas aus einem Aufsatz von 2025 zitieren. Darin geht es Wilmer um das Verhältnis von (privilegierter) Mitte und dem Rand, philosophisch-theologisch, aber auch menschlich gesehen. Wilmer greift dabei eine Richtung auf, die ursprünglich aus den US-Alternativkulturen der 80er kommend, sich dafür stark macht, die Stimmen von den Rändern anzuhören und dabei nicht gleich wieder zu überschreiben (Bell Hooks, Michel Foucault). Er sagt:

„Die Versuchung des einen starken Mannes, der das Kommando führt, blinzelt immer dem monotheistischen Zerrbild des einsamen Gottes zu. Dass Gott auch Mensch geworden ist, ist das christliche Gegengift gegen diese Versuchung. Es ist die schockierende Nachricht, dass Gott nie allein war und dass sein Sein ein Zusammenspiel von Willenskräften ist, die sich in der Begegnung findet und Fleisch wird am Rande der Welt – in einem unscheinbaren Dorf in Judäa.“

Auch erteilt Wilmer einer „Anthropologie der Vollkommenheit“ eine Absage, ob sie aus der Kirche kommt oder von den Tech-Bros in den USA: „Der von Grenzen und Unvollkommenheiten gezeichnete Mensch ist die Leidenschaft Gottes.“

Bleibt zu hoffen, dass der neue Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz sein Talent zu Brückenbau und Aushalten „abweichender“ Meinungen, seinen Öffnungswunsch für Frauen und Laien gewinnbringend einsetzen wird.

Am Wochenende und den kommenden zwei Woche freuen wir uns:

  • Über das immer noch strahlende Wetter, unsere vielen Gottesdienste und Angebote, die Sie wieder im beiliegenden Spirit für die Woche finden.
  • Auf das Chorkonzert des St. Antonius-Chores in St. Elisabeth am 21. März um 19.30 Uhr.
Herzliche Grüße + bis nächste Woche
Christina Knüllig
(Referentin Öffentlichkeitsarbeit)

PS: Nächste Woche machen wir eine Ferienpause. Das beiliegende Spirit für die Woche geht bereits bis zum 22. März
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