|
|
|
|
|
|
PFARREI HEILIG GEIST HAMBURG
|
Nr. 145 // 05. September 2026
|
|
|
|
|
Alle Termine, Veranstaltungen, Gottesdienste: Spirit für die Woche
|
|
|
Liebe Leserinnen und Leser,
wir alle wissen um das nicht ganz ungetrübte Verhältnis unserer Kirche zum Rest der Gesellschaft. Man schätzt uns durchaus, aber die Mitgliederzahlen schwinden. Da tut es gut zu wissen, dass es auch zu früheren Zeiten Reibungspunkte zwischen Kirche und Gesellschaft gab. In ihrem 1872 erschienenen Roman und Zeitdokument Nanon überliefert uns die Schriftstellerin George Sand (eigentlich Amantine Dupin de Francueil) ein mit leichter Hand geschriebenes Panorama einer Umbruchszeit.
|
Niemals antiklerikal, aber durchaus kritisch, lässt sie aus der unverstellten Sicht des Kindes Nanon das Verhältnis leibeigener Bauern und ihrer klösterlichen Grundherren erstehen. Noch gibt es Abhängigkeit und volkstümlicher Glaube parallel, aber es entsteht auch Misstrauen. Am Vorabend der französischen Revolution sehen sich beide Seiten mit neuen Strömungen konfrontiert, deren Befreiungs-, aber auch Gewaltpotential sie nicht abschätzen können. Weit davon entfernt, ein philosophisches Traktat zu sein, beschreibt die aus einfachsten Verhältnissen entstammende Erzählerin die Animositäten zwischen den Mönchen, die in den Augen der verarmten Bauern zu wenig aus ihren Möglichkeiten machen. Die Bauern -- auf ihrem schlechtem Boden -- würden indessen gern mehr tun, um ihre materielle Lage zu verbessern und Wissen zu erwerben. Hier werden fast nebenbei große Themen angeschnitten: das der inneren Würde und Haltung, kontemplatives Leben oder ein aktiv geführtes. Gottvertrauen oder Planung. Der Wunsch nach materiellen Gütern bei den Armen, der Wunsch nach materieller Entsagung bei den Mönchen. Aber auch die desaströse Wirkung von Gerüchten und politisch motivierter Gewalt wird eindrucksvoll beschrieben. Immer gibt es einzelne, die für Gerechtigkeit und Maß eintreten, aber auch starke Kräfte, die sie bedrohen. Mit der Distanz von gut 230 Jahren liest sich manches so, als ob es heute noch relevant sei. Die sehr frische Neuübersetzung (E. Edl) erschien letztes Jahr bei Hanser. Bis Juni 2027 ist das Ganze als Hörbuch auf ARD Sounds (vormals ARD Audiothek) verfügbar. Hörenswert!
|
Worauf wir uns freuen, und was Sie nicht verpassen sollten:
- Die Nacht der Kirchen (Gesamtprogramm hier) mit der beliebten Gitarrennacht in St. Antonius am 12. September
- Dr. Anne Frobeen spielt nicht nur die Orgel in unserer Pfarrei, sondern gibt auch zertifizierte MBSR-Kurse. Der zweite Kurs beginnt am 30. September. Pfarrei-Mitglieder bekommen 20 Prozent Ermäßigung. Anmeldung ab jetzt. Infos an den Schriftenständen (Flyer) oder unter annefrobeen.de
- Und schließlich: Am 19. September findet das Sommerfest in St. Elisabeth statt. Es bildet den fröhlichen Auftakt zu den Festwochen zum 100-jährigen Jubiläum. Dessen Programm steht bereits auf der Webseite und liegt in allen drei Kirchen aus.
Bitte beachten Sie in dem Zusammenhang die geänderten Öffnungszeiten von St. Elisabeth. Grund dafür sind die Malerarbeiten im Innenbereich. Alles Weitere im Spirit für die Woche, nur einen Klick entfernt.
|
Herzliche Grüße + bis nächste Woche
|
Christina Knüllig (Referentin für Öffentlichkeitsarbeit)
|
|
|
|
|
|
|