Segnungsgottesdienst am Valentinstag
Alle, die lieben, sind herzlich eingeladen! Am Freitag, 14. Februar, um 19 Uhr in der Kirche St. Elisabeth, Oberstr. 67

Alle, die lieben, sind herzlich eingeladen! Am Freitag, 14. Februar, um 19 Uhr in der Kirche St. Elisabeth, Oberstr. 67
Der Chor St. Antonius sucht für sein Jubiläums-Konzert „Die Schöpfung“ von Joseph Haydn noch Sängerinnen und Sänger
Der Chor St. Antonius begeht in diesem Jahr sein 25jähriges Jubiläum, Tom Kessler leitet den Chor seit 10 Jahren!
Aus diesem freudigen Anlass widmet sich der Chor in diesem Jahr einem ganz besonderen Werk der Chorliteratur –
„Die Schöpfung“ von Joseph Haydn.
Das Oratorium erzählt von der Erschaffung der Welt, wie sie im ersten Kapitel der Genesis erzählt wird. Es wird mit drei
Gesangssolisten, vierstimmigem Chor und großem Orchester am 12. Juli in St. Bonifatius aufgeführt.
Dazu suchen wir noch sängerische Verstärkung! Sängerinnen und Sänger in allen Stimmlagen sind herzlich eingeladen an dem Projekt teilzunehmen. Insbesondere über Tenöre freuen wir uns besonders.
Der Chor probt mittwochs von 19.30-21.30 Uhr in der Aula der Schule St. Antonius (Alsterdorfer Straße 71).
Bei Interesse nehmen Sie gern Kontakt mit Chorleiter Tom Kessler auf:
In der dunklen Jahreszeit freuen wir uns über jedes kleine Licht – es bringt uns Zuversicht und Hoffnung.
In unserer neuesten Ausgabe unseres Pfarreimagazins Spirit finden Sie unterschiedliche Themen und Impulse – zusätzlich Informationen zu Veranstaltungen und Gottesdiensten in der Weihnachtszeit und Berichte aus unserer Pfarrei und den Gemeinden.
Sie finden das Magazin in den Schriftenständen unserer drei Kirchen sowie an verschiedenen Stellen der Orte kirchlichen Lebens. Viel Freude beim Lesen!
An allen vier Adventssonntagen, jeweils vor der Abendmesse von 17 bis 17.40 Uhr.
1. Dezember 2024 – 1. Advent
„Priez pour paix – Beten für Frieden“
Musik für 3 Trompeten und Orgel
BoLeRo-Trumpets: Boris, Leonard und Robert Havkin
Gabriele Hufnagel: Orgel
8. Dezember 2024 – 2. Advent
„Maria durch ein Dornwald ging“
Orgelmusik und Lieder zum Mitsingen
Gabriele Hufnagel: Orgel
15. Dezember 2024 – 3. Advent
„Tochter Zion, freue dich“
Adventsmusik mit dem Gitarren-Duo Luisa Marie und Milad Darvish Ghane, Gitarre
22. Dezember 2024 – 4. Advent
„Vom Himmel kam der Engel Schar“
Blockflöten und Harfe
Adventschoräle von Thomas Selle (1599–1663)
The Young Fellows: Monika Mandelartz, Kim Lüdersen, Jakob Schleitzer, Felix Krieg
Eintritt frei – Spende erbeten.
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Dieser Name erzählt und bezeugt in prägnanter Weise, wie Gott sich in der Beziehung zum Menschen und zur ganzen Schöpfung gezeigt, ausgedrückt hat, wie er gewirkt und, kurz gesagt, wie er sich offenbart hat. Dazu lade ich Sie und Euch ein zur Lektüre einer kleinen Reihe von biblischen Gedanken zum Heiligen Geist Gottes: von der Schöpfungs- bis zur Apostelgeschichte. Sie werden schnell spüren, dass uns der Name unserer künftigen Pfarrei an zentrale Inhalte unseres Glaubens heranführt. So werden wir an diese erinnert und dadurch inspiriert, als „Kirche vor Ort“ den lebendigen Gott, seine Beziehung zu uns Menschen, sein Wirken in der Welt und in der Kirche zu bekennen.
Im 1. Buch der Bibel, dem Buch Genesis lesen wir: „Im Anfang erschuf Gott Himmel und Erde. Die Erde war wüst und wirr und Finsternis lag über der Urflut und Gottes Geist schwebte über dem Wasser.“ Und „Gott, der HERR, formte den Menschen, Staub vom Erdboden, und blies in seine Nase den Lebensatem, seinen Geist. So wurde der Mensch zu einem lebendigen Wesen.“
Ich finde es großartig, welchen Ursprung und Grund die ganze Schöpfung, unsere Welt und jeder Mensch hat: die Beziehung Gottes, sein Geist, seine Kraft, seine Energie, sein Wille zum Leben.
Im Buch des Propheten Jesaja steht im 42. Kapitel: „Siehe, das ist mein Knecht, den ich stütze; das ist mein Erwählter, an ihm finde ich Gefallen. Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt, er bringt den Nationen das Recht. Das geknickte Rohr zerbricht er nicht und den glimmenden Docht löscht er nicht aus; ja, er bringt wirklich das Recht.“ Welch eine Perspektive bringt Gott hinein in die in der Geschichte nicht endende Folge von Rechtlosigkeit, Unterdrückung und Hoffnungslosigkeit, die Menschen erleiden!
Die Evangelien nach Matthäus, Markus, Lukas und Johannes bezeugen uns die Geistkraft Gottes immer wieder und entscheidend in Jesus. Durch wessen Initiative und wie kam er in die Welt? Bei Lukas lesen wir: „Der Engel sagte zu Maria: Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn wirst du gebären; dem sollst du den Namen Jesus geben. Heiliger Geist wird über dich kommen und Kraft des Höchsten wird dich überschatten.“ Matthäus beschreibt es so: „Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammen gekommen waren, zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete – durch das Wirken des Heiligen Geistes.“
Kein Mensch zeugt und schenkt sich selber das eigene Leben, auch Jesus nicht. Gottes Geist, seine Absicht und sein Wille ist es, durch Jesus der Welt und uns Menschen Liebe, Gerechtigkeit, Heil und Hoffnung, die Überwindung aller Entfremdung von uns selbst und von der Quelle unseres Lebens (d.h. Sünde), die Überwindung aller Endlichkeit zu schenken! Was kann es Größeres geben, als eine solche Lebensgewissheit geschenkt zu bekommen und haben zu können?
Und unsere menschlichen Fragen nach der Gewissheit unserer Lebensüberzeugungen und der Glaubwürdigkeit unseres Glaubens nimmt Jesus selber auf. Bei Johannes heißt es im Blick auf die immer nagenden und bohrenden Fragen nach dem Sinn des Lebens: „Jesus sprach: Der Vater wird euch einen Beistand geben, der für immer bei euch bleiben soll, den Geist der Wahrheit. Wenn aber der Beistand kommt, den ich euch vom Vater aus senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, dann wird er Zeugnis für mich ablegen.“
Ich verstehe diese Worte so: Wem schenke ich mein Vertrauen, wem folge ich, wessen ‚Follower‘ bin ich? Ich persönlich will selbstverantwortlich und überzeugt der Wahrheit folgen, die Jesus uns verkündet und vorgelebt hat; diese Wahrheit ist er letztlich selber, die Wahrheit der Liebe und Hingabe, der er bis in die letzte Konsequenz seines Lebens, seinem Tod am Kreuz, treu bleibt. Und selbst mit seinem Tod ist diese Wahrheit nicht aus der Welt verschwunden. Am Kreuz schrie Jesus aber noch einmal mit lauter Stimme. Dann hauchte er den Geist aus.“ Jesus zieht mit seinem Tod die Welt und die Menschen nicht hinunter in den Strudel der Gewalt, des Untergangs und Todes, ganz im Gegenteil. Er haucht seinen Geist in die Welt hinein, damit sie lebt! Und dann? Gott ruft ihn heraus aus seinem Tod, Gott will und bestätigt das Leben, er bestätigt ein für allemal die Botschaft des Lebens und der Hoffnung! Und damit ist es noch nicht genug. Jesus kommt „nach seiner Auferstehung bei verschlossenen Türen zu den Jüngern und sagt zu ihnen: Friede sei mit euch! Dann haucht er sie an und spricht: „Empfangt den Heiligen Geist. Denen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen!“ Gottes Geist und Wille ist Vergebung und Versöhnung! Wer möchte und will ohne diese Perspektive leben? Ich nicht.
Und schließlich: Wer sorgt dafür, dass die Botschaft vom Geist Gottes, vom Geist und Leben Jesus nicht vergessen und den Menschen immer wieder angeboten wird? Wir selber, Sie und Ihr und ich!
Die letzten Worte Jesu bei Matthäus lauten, bevor Jesus in den Himmel aufgenommen wird: „Geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch gesagt habe!“
Und in der Apostelgeschichte lesen wir, welche Wirkungen Gottes Geist nach der Himmelfahrt Jesus hatte: „Als der Tag des Pfingstfestes gekommen war, waren alle zusammen am selben Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daher fährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Und alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt und begannen, in anderen Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab. (…) Und die Kirche lebte in der Ehrfurcht des Herrn, und sie wuchs durch
die Hilfe des Heiligen Geistes.“
Ich habe versucht, Ihnen und Euch etwas davon zu erzählen, wie ich mein Leben und meine Gottesbeziehung, wie ich die Kirche und meine Aufgabe darin verstehe, und warum ich den Namen Heilig Geist für unsere künftige Pfarrei besonders gut finde: Ich und wir leben aus dem Geist und der Liebe Gottes, und wir sind gesendet und beauftragt, uns von Gottes Geist erfüllen und prägen zu lassen – und so lebendige „Kirche der Beziehung“ zu sein.
Pfarrer Mecklenfeld
Die Veröffentlichung des Gutachtens über den „Umgang mit Fällen sexualisierter Gewalt im Erzbistum München und Freising“, in dem die Schicksale unfassbar vieler von sexueller Gewalt betroffenen Menschen dargestellt werden sowie die schrecklichen Taten der Täter und das unverantwortliche Handeln der verstorbenen und der lebenden Verantwortlichen bis hin zum em. Papst Benedikt XVI. erschüttert mich zutiefst.
Ich weiß, dass ich nicht ohne Sünde bin und um meinen Lebensweg gerungen habe. Ich weiß nicht, wie ich gedacht, entschieden und gehandelt hätte, wäre ich in der Personalverantwortung gewesen. Ich klage nicht an. Aber die mit jeder Veröffentlichung immer bekannter werdenden Dimensionen der sexualisierten Gewalt lassen mich Ihnen diesen Brief schreiben.
Die SZ titelt am 22. Januar: „Ist die katholische Kirche noch zu retten?“ Wenn ich allein auf die in der Studie dargestellten Dimensionen der sexualisierten Gewalt und den Umgang damit schauen würde und müsste, dann würde ich ins Zweifeln geraten.
Wenn ich dazu auf Jesus Christus, den Grund und die Mitte der Kirche schaue und seine Botschaft höre, dann kann und will ich die Frage anders beantworten. Dann höre ich die klagenden und mahnenden Worte Jesu: „Wer einem von diesen Kleinen, die an mich glauben, Ärgernis gibt, für den wäre es besser, wenn ihm ein Mühlstein um den Hals gehängt und er in der Tiefe des Meeres versenkt würde.“ (Mk 9,42; Lk 17,1). Dann höre ich die Worte gegen die Selbstgerechtigkeit, Worte von Umkehr und Buße, von Reue und Bekenntnis, und von der Aufforderung, „nicht Herr, Herr zu sagen, sondern den Willen Gottes zu tun“. Dann höre schließlich auch ich die Worte von der Barmherzigkeit und Vergebung. Dann darf ich sagen: „Die Kirche ist gerettet, weil und wenn Christus ihre Mitte ist.“
Am 4. Sonntag im Jahreskreis hörten wir im Lukasevangelium folgende Worte, die Jesus sich zu eigen gemacht, die er in Wort und Tat verkündet hat und die Kernbotschaft für SEINE Kirche sind: „Der Geist des HERRN ruht auf mir; denn ER hat mich gesalbt. ER hat mich gesandt, damit ich den Armen eine frohe Botschaft bringe; damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde und den Blinden das Augenlicht; damit ich die Zerschlagenen in Freiheit setze und ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe.“
Das ist die Botschaft Jesu, dafür bin ich Priester in unserer Kirche. Für diese Botschaft stehen unser Pastoralkonzept, unsere Pfarrei, die Gemeinden und Orte kirchlichen Lebens mit all ihren Ehren- und Hauptamtlichen. Diese Botschaft gibt Orientierung und Zuversicht. Deshalb sind wir Kirche, deshalb versammeln wir uns zur Feier der Gottesdienste und Sakramente, deshalb lassen wir uns immer wieder in seine Nachfolge rufen, deshalb sind wir verpflichtet, nach seinem Wort zu handeln.
Deshalb wünsche ich Ihnen und uns allen, dass wir gemeinsam diese Botschaft leben und Botschafterinnen und Botschafter werden für Christus und die Kirche, an die er gedacht hat.
Ihr Pfarrer Mecklenfeld
Liebe Schwestern und Brüder, obwohl es eigentlich geradezu unser Erkennungsmerkmal als Christinnen und Christen sein sollte, klingt dieses Gebot vielleicht erstmal romantisch, allgemein und im konkreten Alltag nicht erfüllbar. Hinter diesem „neuen Gebot“, wie es Jesus nennt, steckt aber mehr dahinter, als ein „Habt euch doch alle lieb.“. Denn diese Aufforderung Jesu hat, angesichts der bevorstehenden Katastrophe, des Verrats durch Judas und der eigenen Hinrichtung, eine ganz andere Gewichtung. Es geht nicht um einen allgemeinen „Zuckerguss der Nächstenliebe“, nicht um ein unerfüllbares romantisches Gefühl, sondern um etwas sehr Konkretes, inklusive der bitteren Erfahrung des Verrates.
Denn Christus hat auch seinem Verräter Judas die Füße gewaschen, obwohl er ihn durchschaut hatte. Er lässt Judas bis zuletzt die Chance, sein Jünger und in seiner göttlichen Liebe zu bleiben, obwohl ihm bewusst war, dass durch dessen Verrat ihm so wörtlich „nur noch kurze Zeit bleibt“. Und weil nur noch kurze Zeit bleibt, fasst er das wichtigste Erkennungsmerkmal der Jüngerschaft zusammen: „Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben“. Erst mit der Zeit können die Jünger mehr und mehr diese österliche Gabe der Liebe Christi annehmen und aus ihr leben und wirken.
Der Grund dieses ausdrücklich „neuen Gebotes“, dieser besonderen Liebe ist in der Liebe Christi selbst zu seinen Jüngern begründet. Denn das Gebot war ansonsten gar nicht neu: Es steht im Buch Levitikus (19,18), verfasst im 15. Jh. vor Christus: „… Du sollst deinen Nächsten lieben …“.
Doch der Mensch ist mal mehr und mal weniger liebesfähig. Haben wir nicht alle diese Erfahrung schon gemacht, dass es auch mal wirklich schwerfällt, zu lieben? Besonders wenn jemand das Falsche tut, besonders, wenn mir jemand mit seinem Verhalten schwer schadet. Wir merken es im persönlichen Umfeld. Wir sehen es auch an den Ehen, die auseinandergehen. Trotz des Willens, zu lieben, finden sich leider nur allzu oft Gründe, nicht mehr zu lieben, und manchmal sogar das bittere Gefühl, dass die eigene Liebe verraten wurde.
Wir sehen es auch in der Welt, jetzt besonders deutlich am Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine. Aus der angeblichen „Bruderliebe“ zu den Ukrainern wurde ein tödlicher Hass, weil der schwächere „Bruder“ eigene Wege gehen will und nicht das tut, was der stärkere „Bruder“ für richtig hält. Vielleicht aus der Sicht von Putins Russland eine Art „verratene Liebe“? Und wie schwer fällt es den Ukrainern, angesichts der so zahlreichen und schrecklichen Kriegsverbrechen, die russischen Angreifer zumindest nicht zu hassen, nicht Böses mit Bösem zu vergelten, sondern z. B. bei gefassten Kriegsverbrechern, bei Vergewaltigern oder Plünderern eine menschenwürdige Behandlung und eine faire Gerichtsverhandlung zu ermöglichen?
Doch wie soll es darüber hinaus möglich sein, das zu erfüllen, was uns Christinnen und Christen Jesus gebietet, nämlich so zu lieben „wie ich euch geliebt habe“? Weder unsere menschlichen Verdienste noch unser tugendhaftes Leben sind der entscheidende Ermöglichungsgrund der christlichen Liebe zueinander. Und schon gar nicht, dass mein Nächster und meine Nächste das tut, was ich für richtig halte, sondern – und das ist neu – die Lebenshingabe Jesu.
Es ist also nicht mein Verdienst, wenn ich meinen Nächsten und meine Nächste uneigennützig liebe, sondern der Verdienst Jesu, der für diese Liebe am Kreuz sein Leben hingab. Erst dieser Zugang zu Gott, durch die Sakramente, eröffnet uns die Möglichkeit, nicht nur die zu lieben, die uns Gutes tun und uns nahestehen. Der Nächste ist der Mensch, der als nächster unsere Zuwendung braucht. Das kann auch mein Feind sein, ob im Krieg oder im Alltag, im Straßenverkehr oder sonstwo. Diese Liebe ist dann nicht mehr eine abstrakte Grundhaltung, der wir uns irgendwie verpflichtet fühlen sollen, nicht ein erzwungenes Gefühl, sondern ganz konkreter Liebesdienst als Pionier, als Missionar der Nächstenliebe.
Ein gutes Beispiel kann uns dafür die heilige Mutter Teresa († 1994) geben. Diese Ordensfrau gründete im Jahre 1950 die Gemeinschaft der Missionarinnen der Nächstenliebe.
Dazu eine kleine Kostprobe: Ein Reporter einer großen Zeitung hatte sie mal bei ihrer Arbeit begleitet. Er sah, wie sie in den Slums von Kalkutta die Sterbenden von der Straße aufsammelte, sie in ein Haus brachte und ihnen ein wenig das Gefühl menschlicher Nähe gab. Diese Ärmsten der Armen sollten zumindest in Würde sterben können. Beeindruckt von ihrer Arbeit sagte ihr dieser Reporter: „Nicht für eine Million Dollar würde ich das tun.“ Mutter Teresa antwortete ebenso kurz wie treffend: „Ich auch nicht.“
Liebe Schwestern und Brüder, nicht Geld, Karriere oder Macht waren die Motive ihres Handelns, sondern sie ließ sich von etwas oder besser gesagt von jemand ganz anderem leiten: „Lieben, wie er liebt; helfen, wie er hilft; geben, wie er gibt; dienen, wie er dient; retten, wie er rettet; 24 Stunden bei ihm sein; ihn in seiner jämmerlichen Verkleidung berühren“. Aus diesen Worten und aus ihrem Tun können wir entnehmen, dass sie eine Jüngerin Jesu, eine echte Missionarin der Nächstenliebe war. Mutter Teresa sagte einmal: „…ich bin überzeugt, dass er es ist, nicht ich. Dass es sein Werk ist und nicht mein Werk. Ich stehe ihm nur zur Verfügung. Ohne ihn kann ich nichts tun.“
Das Evangelium Jesu Christi ist eine große Schule der Liebe. Wie lernen wir also zu lieben? Der 1. Schritt kann sein, dass man Böses nicht mit Bösem vergilt. Dann der 2. Schritt: die Bedürfnisse und die Not der anderen zu lindern und zu helfen. Und der 3. Schritt ist, aus dieser Liebe Gottes in mir zu leben, ohne von den anderen etwas dafür zu erwarten, sondern selbst zu einer Wohnstätte der Liebe Gottes zu werden. Wenn wir also in diesem 3. Schritt – wie wir glauben – in der Eucharistie die Liebe Gottes empfangen, und für Gottes Liebe eine Wohnstätte bilden, dann können wir auch konsequent Schritt 1 und 2 anwenden: Böses nicht mit Bösem vergelten und uneigennützig die Not anderer lindern. Das ist nicht romantisch. Das ist konkret. Das Gebot ist erfüllbar: „Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben“.
Pastor Pavlo Vorotnjak
Der Introitus von Heiligabend, das heißt der Schriftvers, der das „Motto“ der Feier angibt, greift ein Verheißungswort aus dem Buch Exodus auf. Am Vorabend des Bundesschlusses auf dem Berg Sinai ergeht an Israel, das aus Ägypten ausgezogen ist und dann durch die Wüste dem `Gelobten Land´ entgegenzieht, die Verheißung: „Heute sollt ihr es erfahren. Der Herr kommt …“ Dieser Vers wird nun auf das Festgeheimnis von Weihnachten bezogen. Die Weihnachtsmesse führt uns vor Augen, was die Tage des Advents verheißen haben: Heute, in dieser Nacht, wird Gott Mensch, heute werden die alten Verheißungen wahr, und morgen schaut die Christenheit, staunend und froh, die Herrlichkeit Gottes, der zu den Menschen gekommen ist.
„Heute“. Das war seinerzeit in der Nacht, in der Kälte, in einem Stall, in einer Randlage. Da wurde ein Kind geboren. Jesus, Menschensohn und Retter, Immanuel, Gott-mit-uns. Geboren in ärmlichen Umständen, ein Menschenkind wie viele andere, ein Gotteskind wie keines von den andern.
Können wir das „Heute von Bethlehem“ in das „Heute von Hamburg“ holen? Weihnachten sagt uns: Ja, jede Zeit kann zum Gegenwartsort der Ankunft Gottes werden. Jede Zeit kann zum Ankunftsort der Zeit der Fülle werden. Die Zeit der Geschichte verläuft ja nicht einfach wie ein Pfeil, der in der Vergangenheit begonnen hat und seitdem vergangene Ereignisse der Geschichte aufreiht. Geschichte ist nicht wie ein naturgesetzlicher Ablauf, sondern ein Schauplatz menschlicher Handlungen. Und Menschen handeln in ihrem Heute in Erinnerung an Geschehenes und Getanes, und in Erwartung dessen, was in der Zukunft geschieht und getan wird.
Weihnachten, das alljährlich wiederkehrende Fest der Geburt Jesu, unseres Herrn, lässt uns verstehen, dass die Ankunft Gottes in Zeit und Geschichte, so wie sich damals Gegenwart verschafft hat, in jeder Zeit des Menschen von neuem gegenwärtig werden will. Den Hirten auf dem Feld offenbarte der Engel Gottes: „Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde euch eine große Freude. Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr. Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, in Windeln gewickelt, in einer Krippe.“ (Lk 2,12) Seit seiner Geburt, die wir erinnern, und durch sein Kommen, das wir erwarten, wird unsere Zeit zu einer, in der sich von neuem ein Wunder ereignen will: Das Wunder, dass die Nacht erhellt wird, Einsamkeit überwunden und Hoffnung geteilt wird, dass Menschen einander Brot und Wein sind, Barmherzigkeit und Freundlichkeit Platz finden, in denen und durch jene, die für IHN offen sind. Ja, „heute sollt ihr es erfahren: Der Herr kommt, um uns zu erlösen, und morgen werdet ihr seine Herrlichkeit schauen.“
Ich wünsche Ihnen von Herzen, gemeinsam mit Pfarrer Dr. Vorotnjak und dem Pastoralteam, ein frohes und segensreiches Weihnachtsfest!
Ihr Pfarrer Dr. Thomas Benner
Katholische Pfarrei Heilig Geist Hamburg
Am Weiher 29
20255 Hamburg
Tel. (040) 696 38 38 0
pfarrei@heiliggeist.org
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