Sakramente werden an den Knotenpunkten des Lebens gefeiert. Ihre Bedeutungen sind sehr vielfältig und unterschiedlich. Alle Sakramente sind mit biblischen Bezügen verbunden, die je einen Zugang oder ein Verständnis für das Sakramente bieten.
Sie sind herzlich zu vier Themenabenden in der Pfarrei Heilig Geist eingeladen, bei denen Christoph Riethmüller das jeweilige Sakrament vorstellt und die Möglichkeit zum Austausch besteht.
Die Veranstaltungen:
Taufe und Gottesbilder
am 23. Januar 2024 um 19.30 Uhr im Gemeindehaus St. Elisabeth, Hochallee 61, 20149 Hamburg
Beichte und Versöhnung
am 22. Februar 2024 um 19.30 Uhr im Gemeindehaus St. Bonifatius, Am Weiher 29, 20255 Hamburg
Wandlung und Eucharistie
am 12. März 2024 um 19.30 Uhr im Gemeindehaus St. Antonius, Alsterdorfer Straße 73-75, 22299 Hamburg
Heiliger Geist und Firmung
am 16. April 2024 um 19.30 Uhr im Gemeindehaus St. Elisabeth, Hochallee 61, 20149 Hamburg
Die Veranstaltung findet digital auf der Plattform Zoom statt. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei.
Worum es geht: Auch wenn immer häufiger die Rede von sogenannten „Sprechverboten“ ist: Die Grenzen des Sagbaren verschieben sich seit einigen Jahren. Vieles, was seinerzeit nur am sogenannten Stammtisch ausgesprochen wurde, ist inzwischen salonfähig. Doch je mehr man sich an rechtspopulistische Phrasen und Meinungen gewöhnt, desto größer scheint ihre gesellschaftlicher Akzeptanz – und die Übergänge zu rechtsradikalem Gedankengut sind fließend.
Als Gesellschaft und besonders als Christ*innen tragen wir Verantwortung dafür, auf diese alarmierende Entwicklung zu reagieren. Die Frage ist nur: Wie?
Bevor es zu einem gemeinsamen Austausch darüber kommt, was wir als Gesellschaft in der alltäglichen Kommunikation gegen wachsenden Rechtspopulismus unternehmen kön-nen, befasst sich der interaktive Workshop mit den Fragen, woran man Vorurteile erkennt, wo Populismus beginnt und was gegen Stammtischparolen helfen kann.
Anmeldung bis zum 5. Dezember an: Erzbistum Hamburg · Pastorale Dienststelle Thanh Tran – Sekretariat Am Mariendom 4 · 20099 Hamburg Mail: thanh.tran@erzbistum-hamburg.de
Die Angstprediger – Wie rechte Christen Gesellschaft und Kirchen unterwandern Vortrag und Diskussion mit Liane Bednarz
Termin: Mittwoch, 10. Januar 2024, 19.30 bis 21.30 Uhr Ort: Haus der Begegnung, Parade 4, 23552 Lübeck
Referentin: Dr. Liane Bednarz, Publizistin und Juristin in Kooperation mit der Gedenkstätte Lübecker Märtyrer, Jochen Proske und dem Ev.-Luth. Kirchenkreis Lübeck Lauenburg, Joachim Nolte (Beauftragter Kirche und Rechtsextremismus)
Worum es geht: In ihrem politischen Debattenbuch beschreibt Liane Bednarz, wie Teile der evangelischen, evangelikalen und katholischen Christen seit Jahren rechtes Gedankengut annehmen und verbreiten. Rechte Christen sind seit Jahren auf dem Vormarsch. Sie sind in den Volkskirchen und in evangelikalen Gruppierungen zu Hause, haben klarer Feindbilder und meinen, damit das christliche Abendland zu schützen. Sie kämpfen gegen einen angeblichen „Genderwahn“ und eine behauptete „Islamisierung“ sowie gegen die Gleichstellung Homosexueller und aus ihrer Sicht zu liberale Haltungen in den großen Kirchen.
Die Verbindungen zur rechten populistischen Szene sind zum Teil fließend; die Angstprediger zeigen bisweilen offene Sympathie für Pegida und die AfD. In der Corona-Krise fielen nicht wenige durch eine Affinität zu Verschwörungstheorien auf. Darüber hinaus zeigten viele von ihnen zumindest bis vor dem Krieg gegen die Ukraine seit Jahren große Sympathien für Putin, in dem sie eine Art Garant für den Fortbestand des Abendlands sahen. Manche von ihnen verbreiten leider auch weiterhin Putin-Propaganda und machen Stimmung gegen die Ukraine.
In ihrem Vortrag deckt Liane Bednarz die Netzwerke der rechten Christen auf, beschreibt ihre Feindbilder, Überzeugungen und Aktionsformen und warnt vor den gesellschaftlichen Konsequenzen dieser Instrumentalisierung von Religion.
Liane Bednarz ist Publizistin und promovierte Juristin mit dem Schwerpunkt Neue Rechte, Populismus und religiöse Bewegungen. Sie hat zahlreiche Texte in diversen Medien (SPIEGEL, ZEIT, Tagesspiegel, NZZ, FAS, t-online, FAZ Einspruch, Freitag) publiziert; ist Kolumnistin der Heinrich-Böll-Stiftung („Heimat.Kolumne“) und betreibt gemeinsam mit dem Publizisten Alan Posener den Blog „Starke Meinungen“.
Liane Bednarz lebt in Hamburg und ist eine gefragte Gesprächspartnerin der Medien und der Kirchen. Im Frühjahr 2018 erschien im Droemer-Verlag ihr Buch „Die Angstprediger – Wie rechte Christen Gesellschaft und Kirchen unterwandern“.
Die FAZ befand in ihrer Rezension, dass es sich um ein „rationales, gut argumentierendes Buch“ handele und schrieb weiter: „Es trägt zu einer sachlichen Debatte bei, legt den Finger in die Wunde und lässt die Luft aus so manchem Popanz, den die religiöse und politische Rechte aufgebaut haben.“
Anmeldung bis zum 5. Januar an: Erzbistum Hamburg · Pastorale Dienststelle Thanh Tran – Sekretariat Am Mariendom 4 · 20099 Hamburg Mail: thanh.tran@erzbistum-hamburg.de
Digitales Seminar: gefährliches Erbe – Geschichte und Gegenwart von christlichem Antijudaismus und Antisemitismus
Termin: Mittwoch, 28. Februar 2024, 19.00 bis 20.30 Uhr
Referent: Henning Flad, Projektleiter der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechts-extremismus (BAG K+R)
Die Veranstaltung findet digital auf der Plattform Zoom statt. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei.
Worum es geht: „Der tief auch in den Kirchen verwurzelte Judenhass der früheren Zeiten nährte den Juden-hass der Moderne. Auch diesem Schulderbe müssen sich die Kirchen stellen.“
So äußerten sich Kardinal Reinhard Marx und der ehemalige Ratsvorsitzende der EKD, Heinrich Bedford-Strohm, in einer Erklärung zum 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz. Für die christliche Theologie ist die kritische Auseinandersetzung mit Antisemitismus von zentraler Bedeutung für die Aufarbeitung eigener Gewalttraditionen. Christlicher Antijudaismus und Antisemitismus sind noch heute präsent und prägen gesellschaftliche und kirchliche Auseinandersetzungen.
Welches sind die zentralen Ideologieelemente des Antijudaismus? Wie haben die Kirchen ihre Theologie nach 1945 verändert? Welche antijüdischen Stereotype sind auch heute noch in der Alltagskultur präsent, und welche Folgen haben diese?
Das Online-Seminar soll eine Einführung geben in Geschichte und Gegenwart von christlichem Antijudaismus und Antisemitismus. Vorkenntnisse in Theologie sind nicht erforderlich.
Anmeldung bis zum 25. Februar an: Erzbistum Hamburg · Pastorale Dienststelle Thanh Tran – Sekretariat Am Mariendom 4 · 20099 Hamburg Mail: thanh.tran@erzbistum-hamburg.de
Im Glauben wachsen, den Zweifel ernst nehmen und in der Hoffnung inspiriert werden: Zwei Stunden wollen wir uns an einem Samstagvormittag von Gottes Wort berühren lassen, uns gegenseitig im Glauben stärken und gemeinsam Eucharistie feiern.
Momente der Stille, Momente des Austausches, Momente der Anbetung: DEM GEIST RAUM GEBEN.
Mini-Exerzitien. Die Termine bauen nicht aufeinander auf. Der Oktobertermin muss leider entfallen.
Heilig Geist ist eine junge Pfarrei. Deshalb gibt es eine ganze Reihe von Angeboten, die sich speziell an Kinder und Jugendliche richten.
Habt ihr Lust, Ministrant zu werden oder im Chor zu singen? Oder coole Dinge bei den Pfadfindern zu erleben? In unserer Pfarrei Heilig Geist gibt es regelmäßige Angebote für Kinder. Eine Übersicht finden Sie auf unserer Seite „Kinder & Jugendliche“ oder in unserem aktuellen Flyer zu den Themen Ministrant werden,Pfadfinderstamm „Wilder Weiher“ und Kinderchöre.
Viele Menschen spüren: Das Leben ist mehr als das, was sich greifen lässt. Es gibt Augenblicke, die erfüllen und berühren. So ein spiritueller Moment, der sich nicht nur auf die religiöse Ebene beziehen muss, kann sogar Halt und Kraft geben.
Wie ist es möglich, solche Momente wahrzunehmen und zu entdecken? Und wie lässt sich der eigenen Spiritualität Ausdruck verleihen?
Diesen Fragen möchten wir in den Workshops nachgehen und – wer weiß – vielleicht sogar gemeinsam Spiritualitätsmomente erleben.
Spiritualität und Fotografie
Samstag, 25. März 2023, 14.00 bis ca. 17.30 Uhr
Der gelernte Fotograf Matthias Scharf ist seit mehr als zehn Jahren selbstständig und arbeitet in dieser Zeit unter anderem als freier Fotograf beim HSV und beim Erzbistum Hamburg. Bei seiner Arbeit ist es ihm immer wieder gelungen, spirituelle Augenblicke fotografisch festzuhalten. In dem Vortrag wird er über seine Erfahrungen in seinen beruflichen Wirkungsstätten berichten und Beispiele für berührende Fotografie-Momente zeigen.
Anschließend unterstützt er die Teilnehmer*innen mit seinem fotografischen und technischen Wissen dabei, ihren Weg zur spirituellen Fotografie in der direkten Umgebung am Weiher oder im Kirchengebäude auszuprobieren.
Referent: Matthias Scharf, Fotograf
Wo: Gemeindehaus St. Bonifatius, Am Weiher 29
Teilnehmerzahl: max. 10 Personen
Kosten: 5 Euro
Anmeldeschluss: Dienstag, 21. März 2023 Bitte bringen Sie einen eigenen Fotoapparat mit (möglichst keine Handykamera).
Spiritualität und Kunst
Samstag, 6. Mai 2023, 14.00 bis 17.00 Uhr
Tobias Emskötter ist freischaffender Künstler und Grafiker. In diversen Workshops an Schulen und im kirchlichen Rahmen ging es um eines seiner Lieblingsthemen: Wahrnehmung und Farbe.
Auch an dem Tag wird der Schwerpunkt auf diesem Bereich liegen. Nachdem sich die Teilnehmerinnen in einemkurzen Abriss dem Phänomen Farbe genähert haben, stellen sie selbst Farben aus Eiern, Öl und Pigmenten her.
Anschließend folgt für eine gewisse Zeit eine wahrnehmende Stille, die der inneren Sammlung dient. Auf einer Leinwand versuchen die Teilnehmerinnen dann in Form von aneinandergesetzten Quadraten oder Streifen – nur mit Farben – die vier Jahreszeiten in einem Bild festzuhalten. Es kommt dabei nicht darauf an, ein bedeutendes Kunstwerk zu schaffen. Vielmehr sollen die inneren Bilder sichtbar gemacht werden – mit Mut zur Farbe.
Referent: Tobias Emskötter, Künstler
Wo: Gemeindehaus St. Antonius, Gemeindesaal, Alsterdorfer Str. 73-75
Teilnehmerzahl: max. 10 Personen
Kosten: 15 Euro
Anmeldeschluss: Freitag, 21. April 2023
Bitte bringen Sie Kleidung mit, auf die auch Farbe kommen darf.
Spiritualität und Musik
Samstag, 10. Juni 2023, 14.00 bis 17.00 Uhr
„Über Musik und Spiritualität nachzudenken bedeutet letztlich, über den musikalischen Kontext eines Menschenbildes zu sprechen, das Geistiges, Seelisches und Religiöses zulässt.“, sagt Kirchenmusiker Christof Krippendorf. „Wenn Menschen nicht nur im Diesseits leben wollen, sondern sich ebenso auf eine Transzendenz hin ausrichten möchten, wenn sie eine Verbindung zu einer anderen Wirklichkeit spüren, kann man von Spiritualität sprechen. Musik kann dabei eine Hilfe sein.“
Anhand von Beispielen von Komponisten, Musikern und Hörern wird im ersten Teil des Workshops der Zusammenhang von Spiritualität und Musik beleuchtet. Hierbei können ggf. auch eigene Erfahrungen ausgetauscht werden.
Im zweiten, praktischen Teil werden sich die Teilnehmer*innen mit der Erzeugung von Klängen in Räumen beschäftigen und sich dabei auf die Suche nach dem spirituellen Moment machen.
Referent: Christof Krippendorf, Kirchenmusiker
Wo: Gemeindehaus St. Elisabeth, Hochallee 61
Teilnehmerzahl: max. 15 Personen
Kosten: 5 Euro
Anmeldeschluss: Freitag, 2. Juni 2023
Anmeldungen und Rückfragen bei:
Maria Schmidt Referentin für Seelsorge und Spiritualität Tel.: 040 696 38 38 -49 Mobil: 0157 80 63 42 30 Mail: maria.schmidt@heiliggeist.org
Für die Verpflegung ist gesorgt: Bei allen Workshops wird es Kaffee, Tee und Kuchen geben.
https://heiliggeist.org/wp-content/uploads/2023/02/spiritualitaet-in-kunst-fotografie-und-musik-521.jpg576521adminhttps://heiliggeist.org/wp-content/uploads/2022/06/heilig-geist-header-logo-01.svgadmin2023-02-10 20:09:102024-07-08 10:01:04Spiritualität entdecken in Fotografie, Kunst und Musik
Zum Valentinstag gehören traditionell Rosen, Pralinen, andere kleine Aufmerksamkeiten für den Herzensmensch oder sogar ein festliches Abendessen! Ein Tag für Verliebte. Für Liebende. Für Paare.
Soll doch Valentin von Rom als Priester Liebespaare trotz Verbots des Römischen Staates christlich getraut haben. Deswegen wurde er am 14. Februar 269 hingerichtet und wird seither in der katholischen Kirche als Heiliger und Märtyrer verehrt. Aus seiner Geschichte sind im Laufe der Jahre viele Bräuche zum Valentinstag entstanden.
Der Valentinstag ist vor allem eins: ein schöner Anlass, für die gemeinsame Liebe zu DANKEN.
Herzliche Einladung zum SEGNUNGSGOTTESDIENST für ALLE!
Zusammen beten und danken.
GOTTES ZUSPRUCH UND SEINEN SEGEN FÜR DIE GEMEINSAME LIEBE EMPFANGEN.
14. Februar 2023, 19.30 Uhr in St. Bonifatius, Eimsbüttel
https://heiliggeist.org/wp-content/uploads/2023/02/Valentinstag-2023_Segnungsgd.webp9781122adminhttps://heiliggeist.org/wp-content/uploads/2022/06/heilig-geist-header-logo-01.svgadmin2023-02-01 15:04:202023-06-28 22:04:21Gottes Segen für alle Paare
In den Herbstferien 2022 konnte nach längerer Pause wieder eine Messdiener-Reise stattfinden und dieses Mal führte es uns nach Rom. 18 Messdiener und Messdienerinnen aus der Pfarrei Heilig Geist machten sich im Oktober 2023 gemeinsam auf den Weg.
https://heiliggeist.org/wp-content/uploads/2023/02/Rom-IMG_3659.webp12001800adminhttps://heiliggeist.org/wp-content/uploads/2022/06/heilig-geist-header-logo-01.svgadmin2023-01-05 11:05:002024-07-08 10:00:55Junge Leute aus Heilig Geist in Rom
Porträt Pater Thomas Ferencik – 20 Jahre Katholische Hochschulgemeinde
Pater Thomas Ferencik, geboren 1965 in Halle an der Saale, war bereits ab 14 sehr aktiv in seiner Pfarrgemeinde, war dort Jugendsprecher und machte Musik in einer Band. Nachdem die Stasi auf seine Aktivitäten aufmerksam wurde, blieb es ihm verwehrt, sein Abitur zu machen. Nach einer Lehre zum Wirtschaftskaufmann absolvierte er im Anschluss parallel zu seiner Arbeit das Abendgymnasium. Dies ermöglichte ihm, 1986 für die Franziskaner sein Theologie-Studium in Berlin aufzunehmen. Auf Intervention eines führenden Geistlichen wurde er nicht wie erwartet zur Nationalen Volksarmee (NVA) eingezogen und konnte so sein Noviziat beginnen. 1995 wurde Thomas Ferencik zum Priester geweiht. Nach acht Jahren als Kaplan in Dortmund folgte im Oktober 2002 der Ruf zur Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) nach Hamburg, die als Ort kirchlichen Lebens zur Pfarrei Heilig Geist zählt. Wie und mit welchen Erfahrungen er diese seit 20 Jahren leitet, schilderte er Nicola Sauter-Wenzler im Interview.
Pater Thomas Ferencik
Thomas, beschreibe der SPIRIT-Leserschaft bitte erst einmal ganz allgemein das Leben in der KHG.
Unser Gemeindeleben in der Sedanstraße spielt sich in Semestern ab. Wir haben ein Gemeindeforum und einen sechsköpfigen studentischen Gemeinderat. Jedes Semester stellen wir unter ein Thema, das alle Resorts der Bildungsarbeit mit Vorträgen etc. prägt. Dazu kommen regelmäßige Gemeindeabende und Gottesdienste, gemeinsame Fahrten und Reisen, der interreligiöse Austausch sowie der mit anderen Gemeinden aus dem Bistum.
Wie oft feiert ihr diese?
Unter der Woche findet am Mittwoch ein Gottesdienst in unserer Kapelle für die Mitglieder der KHG statt, andere Gottesdienste an den Werktagen und sonntags. Allerdings denken wir nicht in Gottesdienst-Angeboten – die sind nur ein Baustein und gleichwertig zu anderen Teilen unseres KHG-Lebens wie Themenabend, Essen und weitere Aktionen.
Was füllt sonst Deine Arbeitstage?
Die meiste Zeit verwende ich auf die Organisation für Veranstaltungen, Öffentlichkeitsarbeit inklusive Facebook, Instagram, Homepage, Gutachten für Leute, die sich für ein Stipendium beim Cusanus-Werk bewerben. Dazwischen viele spontane Anfragen, die lebendig sind, wie das übliche Leben. Hier kriegt jeder zumindest erst einmal einen Kaffee. Meine Pastoral heißt sowieso: „Erst mal essen, dann schauen wir weiter!“.
Was liebst Du an Deiner Aufgabe besonders?
Das, was ich ständig erleben darf, wie kürzlich in Lübeck: Du stehst am Altar vorne und siehst vor Dir 60-70 Leute im Alter von 18 bis 28 Jahren – das erlebt kein Pfarrer in Hamburg! Das Leben in der KHG ist relativ beweglich, ich nenne es gern „fluktuativ“. Ich bin in der glücklichen Lage, dass ich nur mit jungen Leuten zu tun habe, die nicht so festgefügt sind, sondern gern experimentieren. Mit ihnen lässt sich viel besser Kirche gestalten. Dadurch lassen sich auch Gottesdienste ganz anders feiern. Außerdem neue Themen denken, neue Veranstaltungen planen. Man kann mit ihnen arbeiten, ohne dass jemand sagt, „das haben wir noch nie gemacht“. Das färbt natürlich auch auf meine Person ab, und das hält lebendig und jung.
Wie beschreibst Du den Glauben, der Dich prägt und leitet?
Mein Glaube kommt von der Schöpfungstheologie her und dem Appell Gottes „Macht Euch die Welt zunutze“. Dies beschreibt die Freiheit der Kinder Gottes, die Gott uns gegeben hat, die Welt zu formen und die Schöpfung zu erhalten. Die Gestaltung von Kirche und Umwelt treibt mich gleichermaßen um und an. Da sehe ich auch den Hauptauftrag von Christinnen und Christen. Es reicht nicht nur, sonntags in den Gottesdienst zu rennen – das ist für mich nur der Auftakt zu dem, zu dem ich berufen bin.
Hast Du den Eindruck, die Studierenden haben sich im Laufe der zwei Jahrzehnte verändert?
Die Leute, die vor 20 Jahren in der KHG waren, haben sich schon auch damals mit der Zukunft der Kirche beschäftigt, genauso wie jetzt. Die Leute, die in die KHG kommen, waren schon immer interessiert an der Gestaltung von Kirche und Gemeinden. Durch den synodalen Weg haben sich ihre Forderungen nur intensiviert.
Sind die Studierenden nach ihrer Zeit in HH und der KHG aus dem Auge, aus dem Sinn?
Im Gegenteil! Ich bin für nachhaltige Pastoral, ich bleibe dran. Auch wenn sie weg sind, bleiben wir in Kontakt. Ich werde regelmäßig angefragt für Hochzeiten und Taufen, auf diese Weise komme ich durch ganz Deutschland. Bei unserem Ehemaligen-Treff im Oktober mit Gemeinde-Abend, Barkassenfahrt und Flughafenbesichtigung waren mehr als 100 Leute dabei, die meisten kannte ich. In einer Pfarrgemeinde gehen alle hin und gehen wieder weg, bei uns sind sie ein Teil einer Gemeinschaft. Am Anfang meiner Tätigkeit hatte die KHG keinen sehr guten Stand im Bistum, das hat sich, denke ich, über den längeren Zeitraum verändert. Ich wünsche mir, dass gerade den Studentengemeinden die Eigenständigkeit – Raum, Struktur – zugestanden wird, zu experimentieren und immer wieder Neues ausprobieren zu können.
Wie beschreibst Du Deine Rolle?
Ich bin die Konstante in der KHG. Dieser Ort ist mein Arbeitsplatz und Lebensplatz in einem. Die Arbeit motiviert mich immer wieder neu an, weiterzumachen. Es gibt zwar auch Wiederholungen, trotzdem sind die Aufgaben immer irgendwie neu. Mittlerweile denke ich, ich habe durch die KHG im ganz positiven Sinne eine einseitige Prägung. Dadurch bin ich aber auch aus dem traditionellen Tun der Kirche rausgewachsen und als Gemeindepfarrer daher nur sehr bedingt zu gebrauchen.
Die KHG hat als Ort kirchlichen Lebens eine Sonderrolle in unserem Pastoralen Raum. Welchen Rat erteilst Du vom Rand dieses Konstrukts?
Ich bin da ein bisschen radikal: Der Pastorale Raum hat jetzt die Möglichkeit, dadurch, dass mehrere Kirchen zusammenkommen, mehr zu experimentieren. Also nicht überall den ewig gleichen gewohnten Ablauf und die gleichen Formate anbieten, sondern die Chance nutzen, in den drei Gemeinden mal was ganz Neues zu machen, den Kirchenraum alternativ zu denken und mehr zielgruppenorientierte Angebote zu schaffen.
Wie lange, denkst Du, macht Dir genau diese Aufgabe noch Freude?
Noch lange. Wenn ich merke, dass ich an den Studis vorbeirede, höre ich auf. Bislang wird es aber immer noch besser – ich glaube, die Studierenden sehen in mir den „positiven Opi“. Und das finde ich gut.
Das Gespräch führte Nicola Sauter-Wenzler
Fotos: privat
https://heiliggeist.org/wp-content/uploads/2023/01/DSC_3288-1-Pater-Thomas-Ferencik.webp8001200adminhttps://heiliggeist.org/wp-content/uploads/2022/06/heilig-geist-header-logo-01.svgadmin2023-01-03 14:16:232024-07-08 10:01:10„Das erlebt kein Pfarrer in Hamburg“
Der Monat November steht besonders für die Themen Trauer, Vergänglichkeit und Tod. Beim nächsten Bibelabend geht darum, dass mit dem Tod nicht alles zu Ende ist, sondern es eine Hoffnung gibt, die darüber hinausweist.
Wann und wo? Montag, 07. November, 19.30 Uhr Orgelempore St. Elisabeth Oberstraße 67, 20149 Hamburg
https://heiliggeist.org/wp-content/uploads/2022/10/Haben-Sie-heute-schon-in-der-Bibel-gelesen.jpg19201358adminhttps://heiliggeist.org/wp-content/uploads/2022/06/heilig-geist-header-logo-01.svgadmin2022-10-20 08:00:382022-11-18 10:33:21Lass Gott zu Dir sprechen!
Seit über 25 Jahren gibt es auf dem Gelände von St. Bonifatius jeden Samstag eine warme Mahlzeit, Obst, Getränke und Kekse für eine in ihrer Größe ständig schwankende Anzahl von Gästen. Tobias Emskötter berichtet von seinen Erfahrungen.
Unsere Gäste kommen aus unterschiedlichen Gründen zu uns. Mal ist es finanzielle Armut, mal ist es Einsamkeit oder auch beides. Um ihnen zu zeigen, dass sie willkommen sind, versuchen wir eine entspannte Atmosphäre zu schaffen, indem wir z. B. am Tisch bedienen.
Wie geht es einem eigentlich als Mitglied des Teams dabei und wie genau sieht die Motivation zu helfen aus?
Für mich hat der Dienst in der Suppenküche manchmal so etwas wie therapeutische Funktion. Was, und vor allem für wen, tue ich hier etwas? Bin ich selbst der Mittelpunkt, indem ich unbedingt Dank erwarte, oder kann ich geben ohne etwas zu erwarten?
Es gibt Gäste, mit denen man es nicht ganz leicht hat – nörgelig, laut und womöglich undankbar. Und da wird es spannend: Helfe ich nur, wenn es Zweck hat – und zwar den, mein Ego zu erfreuen? Schwester Annette vom Krankenmobil der Caritas hat es mich einmal gelehrt: Woche für Woche reinigt und verbindet sie z. B. offene Beine. Unter den Umständen, in denen manche ihrer Patienten leben, ist eine Heilung fast undenkbar. Sie tut es trotzdem engagiert und sorgfältig, denn sie lässt Raum für Gottes Wirken und macht sich selbst zu einem Werkzeug – eine Haltung, die mir imponiert. Zurück zu den Gästen der Suppenküche: Die allermeisten bedanken sich herzlich und das freut uns. Aber was ist mit den Verweigerern, mit denen, die uns nicht das Gefühl geben: „Heute hast du etwas Gutes getan“?
Wenn ich einen guten Tag habe, richtet sich mein Augenmerk besonders auf die „schwierigen“ Gäste und ich erlebe Situationen als besonders wertvoll, in denen ich mich mit meinen Bedürfnissen zurücknehmen kann. Und dabei geht es mir nicht darum, mich ärgern oder am Nasenring durch die Arena führen zu lassen, sondern mich auch zum Werkzeug zu machen – und das in Demut.
Übrigens kommt auch von den scheinbar undankbaren Gästen ab und an so etwas wie ein Dankeschön – das muss man hören lernen (und dann ist die Freude groß). Man darf es nur nicht erwarten. Der Heilige Bernhard von Clairvaux soll einmal bei einer Visitation eines Klosters vom Prior auf einen Bruder hingewiesen worden sein, der aus verschiedenen Gründen kaum auszuhalten war und der den Prior und die Gemeinschaft offensichtlich an eine Grenze brachte. Der Heilige Bernhard soll geantwortet haben, dass er sich wünsche, dass möglichst in jedem Kloster des Zisterzienserordens so ein Bruder anzutreffen wäre. Harmonie ist angenehm, aber sie kann einen auch einlullen und innerlich träge machen.
Wir sind ein Team von etwa 25 Menschen verschiedenen Alters und Herkunft. Wenn Sie an einem Samstag im Monat mittun wollen und viel über andere, sich und die Welt erfahren wollen, dann fühlen Sie sich herzlich eingeladen.
Daten und Kontakte:
Alle Infos zur Suppenküche St. Bonifatius auf der Seite Spenden & Helfen
https://heiliggeist.org/wp-content/uploads/2022/09/Suppenkueche-01.webp550830adminhttps://heiliggeist.org/wp-content/uploads/2022/06/heilig-geist-header-logo-01.svgadmin2022-09-20 09:55:002022-10-20 10:13:17Ein paar Gedanken zur Suppenküche und zum Thema Helfen
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